US-Notenbank stellt längere Zinspause in Aussicht

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21. März 2019
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Nick Timiraos und Andreas Plecko

Die US-Notenbank stellt eine längere Zinspause in Aussicht. Dies ergibt sich aus den Zinsprojektionen der Ratsmitglieder. Zugleich ließ die Federal Reserve (Fed) ihren Leitzins in der Bandbreite von 2,25 bis 2,5 Prozent. Der Beschluss fiel einstimmig.

In ihrem Begleittext zum Zinsbeschluss bekräftigte die Notenbank,  dass sie in der Zinspolitik „Geduld“ walten lassen wolle, bis sich das  Konjunkturbild geklärt habe.

Für 2019 wird in den Zinsprojektionen keine Zinserhöhung mehr avisiert, bislang waren zwei in der „Punktewolke“ der Projektionen enthalten. Für 2020 wird lediglich eine Zinserhöhung in Aussicht gestellt und keine für 2021. Damit sieht eine Mehrheit der Währungshüter jetzt in den nächsten drei Jahren nur noch eine Zinserhöhung, verglichen mit drei im Dezember letzten Jahres.

Wichtige Orientierungshilfe für den Zinspfad

Die Zinsprojektionen der Fed-Ratsmitglieder werden vierteljährlich zeitgleich mit den Zinsbeschlüssen veröffentlicht und sind für die Märkte eine wichtige Orientierungshilfe für den Zinspfad. In den Projektionen vom Dezember 2018 hatten die meisten Ratsmitglieder noch eine bis drei Erhöhungen vorhergesagt, mit einer mittleren Projektion von zwei.

Doch mit der nachlassenden Konjunkturdynamik haben Fed-Chef Jerome Powell und seine Kollegen den Zinserhöhungszyklus ausgesetzt und die Geduld der Zentralbank mit Blick auf den nächsten geldpolitischen Schritt betont - dies gäbe der Fed die Zeit, die Situation besser zu beurteilen. Im vergangenen Jahr hatte die Fed in vier Schritten den Leitzins auf eine Bandbreite zwischen 2,25 und 2,50 Prozent angehoben.

In einer separaten Mitteilung erklärte die Fed, dass sie den Bilanzabbau ab Mai zurückfahren und bis Oktober ganz beenden will. Ab Oktober will die Fed pro Monat bis zu 20 Mrd. Dollar in US-Staatsanleihen reinvestieren. (DJN)

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